Funktionsdiagnostik, Therapiemöglichkeiten, Zähneknirschen, Schnarchen

Erwachen Sie morgens verspannt mit Kopfschmerzen, Verspannungen im Nackenbereich oder sogar Gesichtsschmerzen und Bewegungseinschränkungen des Unterkiefers? Sie knirschen mit den Zähnen, Ihre Kiefergelenke knacken oder geben Geräusche ab? Ihre Zähne von Oberkiefer und Unterkiefer passen irgendwie nicht mehr aufeinander?

Es lohnt sich immer, von Anfang an eine optimale Behandlung in Anspruch zu nehmen. Denken Sie bei Kopf- und Rückenschmerzen (vom Nacken bis zum Steißbein) durchaus auch an den Zahnarzt, der mittels Mersemann-Test schnell einen Hinweis geben kann.
Und erinnern wir uns, wofür wir unser Kauorgan gebrauchen: Stressverarbeitung, Kauen, Tasten, Mimik, Bewegung, Sprechen Pressen, Zähne als dritte Hand, Muskelkraft, Schmuck und Ausdruck von Attraktivität bis ins hohe Alter. Alles das führt zu Elan, Kraft, Mut, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Kopf und Körperhaltung.

Gesund beginnt im Mund ... und hört an den Füßen auf. Mit der modernen Funktionsdiagnostik kann Ihnen in der Praxis geholfen werden, Ihre Beschwerden zu erkennen, zu behandeln und Störfelder aufzudecken. Als Master of Science der Funktionsdiagnostik und Funktionstherapie ist Frau Dr. Gabriele Preuße hierfür spezialisiert.

Kopfschmerzen, Migräne, Verspannungen im Kopf-Nackenbereich, Triggerpunkte, Pressen, Knirschen mit den Zähnen (Bruxismus), Ohrenschmerzen im und im Ohrbereich, Schmerzen im Kiefergelenk beim Kauen, Gelenkgeräusche und Knacken, Schmerzen beim Sprechen und Gähnen sind Symptome, die auf eine Fehlfunktion des Kauorgans deuten können. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Orthopäden, Physiotherapeuten, Osteopathen, HNO-Ärzten und Internisten kann diese Problematik eingegrenzt und behandelt werden.

Die zahnärztliche Funktionsdiagnostik setzt sich aus der klinischen und instrumentellen Funktionsanalyse zusammen. Dabei wird der Patient von Kopf bis Fuß betrachtet – denn jeder Mensch kompensiert seine Schwachstellen auf seine individuelle Art. Erfahren Sie auf diesen Seiten auch Näheres zu den Therapiemöglichkeiten und Weiterführendes zum Schnarchen, dem Schlafapnoe-Syndrom und Schlafstörungen.

Klinische Funktionsanalyse

Die Klinische Funktionsanalyse zeigt uns das Ausmaß der vorliegenden Störung an: Unsere Muskeln und Faszien (Weichteil-Komponenten des Bindegewebes) bilden ein zusammenhängendes System.

Zur klinischen Funktionsanalyse gehören die Untersuchung der Zähne, der Kiefergelenke und der zugehörigen Muskulatur, Untersuchung der Kopfdrehbewegungen, dem HWS-Schulterbereich, der Körperhaltung und die Stellung der Augen in den Augenhöhlen. Den Körper gilt es in seiner gesamten Haltung zu betrachten. Also auch hier wieder das Prinzip der Betrachtung von Kopf bis Fuß.

Hierfür zwei illustrative Beispiele, zum einen der Einfluss eines Beckenschiefstands: Er reicht bis ins Kiefergelenk, bis in die Halswirbelsäule und Schultern, eigentlich die Wirbelsäule gänzlich von HWS über BWS bis LWS, aber auch in den Ellenbogen und Hand/Handgelenk, in die Hüftgelenke und Knie – damit wären wir dann bei den Füßen auch schon angekommen. Merkmale dafür finden sich bereits am Kopf und im Mund: Migräne, Zahnabnutzungen, Ohrensausen, Trigeminusneuralgien, manchmal mitunter sogar Augenprobleme.

Zum anderen Beinlängendifferenzen: Sie weisen auf eine vorhandene Ungleichmäßigkeit hin. Es genügt schon die Störung eines Muskels, um den gesamten Haltungs-Bewegungsapparat aus dem Gleichgewicht zu bringen. Mittels Kinesiologie oder kleiner Tests kann eine Störung erkannt und durch gezielte manuelle Therapie beim Zahnarzt unterstützt werden. CST (Cranio-Sacrale Therapie) und NMT (Neuromuskuläre Therapie) sind Techniken der Manualtherapie, mit deren Hilfe insbesondere die Weichgewebe (Muskel-Sehnen-Faszien) unter der Berücksichtigung der Kopf-Körper-Achsen behandelt werden.

Instrumentelle Funktionsanalyse

Die instrumentelle Funktionsanalyse liefert in einem ersten Schritt eine schädelgerechte, kiefergelenkbezogene Übertragung exakter Gipsmodelle von Ober- und Unterkiefer in einen Artikulator. Im zweiten Schritt werden mittels computergestützter Kiefergelenksregistrierung(JMA der Fa. Zebris) alle Bewegungsfreiheiten des Unterkiefers berührungslos dargestellt und ausgewertet. Eine patientengerechte Programmierung des Artikulators für die Herstellung des Zahnersatzes ist damit möglich.

Der Funktionszustand der dazugehörigen Kau-Muskulatur und die muskuläre Beanspruchung in Arbeitsabläufen kann durch die Elektromyographie (EMG und JMA Firma Zebris) dargestellt werden.
Das EMG zeigt die Muskelverspannung im Kau-System und macht die Therapie überprüfbar. Die Funktionsfähigkeit der Muskulatur kann im Vergleich der unterschiedlichen Haltung/Funktion des Unterkiefers zum Oberkiefer beurteilt werden. Die Dynamik der funktionellen Okklusion kann in den Kaubewegungen aufgezeichnet und das veränderte Kaumuster sichtbar gemacht werden.

So funktioniert das System Zebris JMA genauer

Einsatz der Elektromyographie EMG-Zebris in der Diagnostik

EMG DiagnostikEMG Zebris

EMG

EMGEMG2

EMG bei der Schienentherapie

EMG bei der Schienentherapie

JMA Firma Zebris elektronische Gelenkbahnaufzeichnung und Registrierung der Uk- zu Ok-Relation.

EMG Unterkieferbewegung
Unterkieferbewegung

Therapiemöglichkeiten mit Elektrostimulation und Aufbissschienen

Es gibt verschiedene Therapien, die Muskulatur und deren Wechselspiel zur Kopf-Kiefer-Körperhaltung positiv zu beeinflussen. Jeder Mensch ist anders und „Gesund beginnt im Mund und hört an den Füßen auf".

a. TENS ® (Myotronics) (Elektrostimulation) der Kaumuskeln und TENS bis in die Schulterbereiche und dem großen Rückenmuskel

b. Schienentherapie / Aufbissschiene im Oberkiefer oder Unterkiefer
Schiene als ein funktionstherapeutisches Gerät: ein wichtiger Schritt, um Ihre Beschwerdefreiheit wieder zu erreichen. Ganz bestimmt erfolgt aber ein manuelle Therapie beim Physiotherapeuten oder auch beim Osteopathen zur Unterstützung der Behandlung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist sehr wichtig dabei.

Schnarchen, Schlafapnoe und Schlafstörungen

Die Schlafmedizin erwartet eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Schlafmedizinern. Der Dauerstress im Schlafzimmer — S C H N A R C H E N! Wie oft freut man sich nach einem anstrengenden Tag auf das Bett: endlich schlafen -Und dann wird es frustrierend, weil die gewünschte Erholung nicht eintritt.

Schnarchen und Schlafapnoe („Atemaussetzer") sollten Ernst genommen werden. Während der Nacht sollte der Körper seine verbrauchte Energie wieder auftanken und der Mensch selbst und auch der Partner Ruhe finden.
Bei der Schlafapnoe handelt es sich um natürliche nächtliche Atemaussetzer mit einer Länge von 10 Sekunden bis hin zu mehr als einer Minute, bedingt durch das Zurückfallen des Unterkiefers und der Zunge. Nachts kommt es so zum Verlegen der Atemwege. Das kann zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns bis hin zum Schlaganfall führen.

Menschen mit Schlafapnoe setzen nachts wiederholt den Atem aus, das Herz muss schwerste Arbeit leisten, der Sauerstoffpartialdruck sinkt ab, die Sauerstoffversorgung zum Gehirn ist eingeschränkt, es entsteht purer Stress . Die verlorene Energie macht sich im Laufe des Tages bemerkbar: Müdigkeit, Lustlosigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit, sexuelle Probleme, Depressionen und gefährlicher Minutenschlaf. Daraus kann viel resultieren: Hypoxämien (Sauerstoffmangel im arteriellen Blut), Schlaganfall, Herzinfarkt, arterielle Hypertonie – kardiovaskuläre Erkrankte haben dabei eine schlechte Prognose.

Hilfe zur Vorbeugung einer Gesundheitsgefährdung der „Schnarcher"
Die zwei verbreiteten Schlafstörungen, die obstruktive Schlafapnoe und das Schnarchen, können jetzt auch mit einer oralen Apparatur behandelt werden:
Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe leiden oft an Tagesmüdigkeit. Häufig ist den Menschen nicht bewusst, woher das kommt. Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe sind viel häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt als gesunde. Die Diagnose der obstruktiven Schlafapnoe wird durch eine Untersuchung in einem Schlaflabor gestellt.
In der Zahnarztpraxis Preuße können wir mittels eines Screenings herausfinden, ob Sie unter Schlafapnoe leiden . Das Screening-Gerät wird auf Sie abgestimmt und zeichnet dann nachts Ihren Schlaf auf. Erst dann werden Sie vom HNO-Arzt in ein Schlaflabor überwiesen zur weiteren Testung.

In vielen Fällen kann eine von Frau Dr. Preuße angefertigte Schnarchorthese die nächtlichen Aussetzer verhindern. Mittels einer provisorischen Schnarchorthese für 4-6 Tage findet der Patient heraus, in wieweit wieder Frieden und ungestörter, erholsamer Schlaf ins Schlafzimmer zurückkehren können und er eine Schnarchorthese-Protusionsschiene tragen kann.

Patienten empfinden die Schnarchorthese als deutlich angenehmer als eine CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) und ziehen sie auch den verschiedenen chirurgischen Prozeduren vor, die Therapietreue ist entsprechend gut. Die Wirksamkeit der Schnarchorthese bei der Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe und des Schnarchens ist gut dokumentiert und steht außer Frage.

Die Übernahme der Behandlungskosten muss mit den jeweiligen gesetzlichen Krankenkassen abgeklärt werden. Die privaten Versicherungen übernehmen die Kosten.